Spanische Tiere e.V.

Tierschutz mit Herz und Verstand

die Perrera in Argentona (nördlich von Barcelona)



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Durch einen Hilferuf des Tierheimes Tossa de Mar wurden wir im Frühjahr 2009 auf die Perrera in Argentona aufmerksam gemacht.
Michel aus Tossa fragte uns, ob wir dort evtl. auch helfen können und wollen. Er erzählte uns, dass es echt supernette und kompetente Leute sind, die dort arbeiten, und dass dort definitiv nie Tiere ohne schwerwiegende gesundheitliche Gründe eingeschläfert werden bzw. wurden. 
Da wir Michel und seinem Urteil unbedingt glauben schenken, nahmen wir auch direkt die ersten Tiere online und fingen an, gute Plätze für sie zu suchen...
argetona_2 Die Perrera ist relativ neu, aber irgendwie hat der Bauherr bzw. Planer der Perrera sie viel zu klein entworfen bzw. erstellt. Die Folge davon ist, dass sich in jedem Zwinger 4-5 (je nach Jahreszeit) Hunde befinden. Das bedeutet für die Tiere unheimlich viel Stress, auf so beengtem Raum zusammen leben zu müssen. Jede Aufregung, die in der Perrera ensteht (z. B. ein Hund wird an dem Zwinger vorbei geführt, weil er kastriert werden soll oder Interessenten wollen ihn sich ansehen), kann innerhalb von Sekunden zu einer Beißerei ausarten. Und das nicht etwa, weil die Hunde dort aggressiv sind oder unverträglich, sondern einfach weil es viel zu eng ist und sie sich nicht aus dem Weg gehen können...
Prompt kam es bei einem Besuch von Birte vor Ort im März 2010 auch zu einer Beißerei: Eine Gruppe von ca. 20 Hunden, also ungefähr 5 Zwinger, waren zum Freilauf auf den Hof zwischen den Zwingeranlagen (es gibt 4 Höfe mit angrenzenden Zwingeranlagen). Und dazwischen waren Leute von der Perrera, die die Zwinger reinigten, Isabel aus Tossa und Birte, die sich zum ersten Mal die Perrera live ansehen wollte.
Und wie das immer so ist: alle Hunde aus dem Häuschen, endlich sind Menschen da, vielleicht nehmen sie ja einen oder zwei Hunde mit, also lieb sein, sich anbiedern, Aufmerksamkeit fordern, Streicheleinheiten erhalten und diese...dann mit den Zähnen gegen andere, die das gleiche wollen, verteidigen. In einem Bruchteil einer Sekunde war die Beißerei perfekt!
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argetona_6 Zwei Hunde gingen aufeinander los!
Also erst mal schnell die "unbeteiligten" Hunde in die Zwinger verfrachten, ehe es zu einer "Massenschlägerei" kommt, dann die zwei Streithähne trennen, was nicht immer einfach gelingt. Der Adrenalinspiegel der Hunde ist dann so hoch, dass sie sofort nach dem Trennen wieder aufeinander losstürzen würden, wenn man nicht aufpasst. Also die Hunde separieren und danach kontrollieren, dass durch das Riesenspektakel keine weiteren Beißereien in den geschlossenen Zwingern entstanden sind.

Man fühlt sich wie früher auf dem Schulhhof: wenn sich die Jungs prügelten, und alle einen Kreis bildeteten und sie anfeuerten und einige Zuschauer anfingen, mitmischen zu wollen...
Anschließend: Kontrolle der beteiligten Tiere, Erstversorgung der zugefügten Wunden (Gott sei Dank nichts Schlimmes), und schließlich selbst den Adrenalinspiegel runterfahren...

Danach wurden alle weiteren Zwinger und Hunde besichtigt, und alles immer mit der Angst im Nacken: lass es nicht wieder eine Beißerei geben...besser keinen Hund mehr anfassen und streicheln, egal wie sehr er darum bettelt...nichts riskieren...schrecklich traurig alles...

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arg_traurig2 Schließlich wurde Isabel gefragt, ob es evtl. in Tossa de Mar die Kapazität gibt, einen der beteiligten Hunde unterzubringen, da klar ist, dass es sonst vielleicht sogar schon am nächsten Tag zwischen beiden Streithähnen wieder knallen würde...wenn z. B. jemand nicht aufpasst und/oder evtl. von der Beißerei am Vortag nichts weiß und die Hunde gemeinsam in den Hof lässt...

Und Isabel sagte: ja, klar! Kein Problem.
Und dann: große Erleichterung bei Birte!!!! - Und ein ziemlich schlechtes Gewissen all den anderen Hunden gegenüber, die sich nicht gebissen haben und deshalb hier bleiben müssen....
Auf vielen Fotos ist eine recht trübe Stimmung, was nicht zuletzt an dem schlechten Wetter (Schneeregen) an dem Tag der Aufnahmen liegt...aber es ist für mich (Birte) auch sinnbildlich für die Tristesse und die Hoffnungslosigkeit der Tiere, die dort auf viel zu wenig Platz Tag für Tag auf eine Adoption hoffen...im Regelfall vergebens.
Ich habe mich selten so hilflos gefühlt, im Angesicht der äußerst begrenzten Hilfsmöglichkeiten, die ich anbieten konnte: ein Tier rausholen, andere Tiere fotografieren und hoffen, dass sich eine Pflegestelle oder ein Endplätuzchen findet. Und ich möchte anmerken, dass ich schon in vielen Tierheimen war und auch in Tötungsanstalten, aber selten bin ich so frustriert heimgegangen wie hier...
diana_nach_beisserei
argetona_4 ...normalerweise sind die Hunde in Tierheimen, also Orten wo NICHT getötet wird, glücklich. Sie werden so gut als möglich mit Futter, medizinischen Leistungen und Streicheleinheiten versorgt, und machen das beste aus ihrem Leben im Tierheim und genießen den Tag unter der spanischen Sonne...
...und die Tiere in den Perreras, also Orten wo GETÖTET wird, sind oft hoffnungslos und traurig, sie haben sich aufgegeben und erwarten vom Leben nur noch eins: NICHTS bzw. einen schnellen Tod...

...und hier war irgendwie alles anders: ein Ort, wo NICHT getötet wird und trotzdem irgendwie nur Hoffnungslosigkeit herrschte...vielleicht lag es ja zum Teil am schlechten Wetter, aber sicherlich nicht nur, dass ich das alles so empfunden habe und selten so traurig wo rausgegangen bin...
Wir bitten daher um Ihre Hilfe!

Wir wollen unbedingt, dass auch die Hunde und Katzen aus Argetona eine Chance bekommen.
Im März 2010 waren ca. 300 Tiere im Tierheim, davon ca. 15-20 Katzen, der Rest Hunde, also ungefährt 280 an der Zahl.
Im Vergleich hierzu lebten August 2009, als unsere Ina vor Ort war, ca. 400 Tiere (davon 25-30 Katzen) und somit ca. 370 Hunde in Argentona...aber da war Sommer und das Tierheim wie jeden Sommer gnadenlos überfüllt...
An und für sich also eine tolle Entwicklung...wenn es nicht dennoch viel zu voll wäre und vor allem der nächste Sommer nicht mehr lange auf sich warten lässt...
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argetona_7 Tossa de Mar hat immer mal Kapazitäten, um Hunde aus Argentona zu übernehmen.
Da Argetona insgesamt 3 Tierärzte beschäftigt, sind die Hunde auch gut durchgecheckt, geimpft, getestet und kastriert, wenn sie nach Tossa kommen.
Aber das alleine reicht nicht, denn die Hunde brauchen ja dann auch täglich Futter, laufende Entwumung und Ungezieferbehandlungen. Und sollten sie krank werden benötigen sie auch medizinische Behandlungen.

Wenn Sie uns und damit Tossa de Mar daher unterstützen mit Futter- oder Tierpatenschaften, dann kann Tossa auch weiterhin Hunde aus Argentona rausholen...
Wir bitten Sie daher um finanzielle und materielle Unterstützung. Sie können direkt hier auf unser Spendenformular für Geldspenden gelangen, oder unter unserer Rubrik "Ihre Hilfe".
Oder Sie helfen uns mit Futterspenden weiter.

Helfen Sie mit, einigen Hunden in Argentona ein besseres Leben zu ermöglichen im Tierheim Tossa de Mar. Dort gibt es auch Rudelhaltung, aber eben noch was viel wichtigeres: Platz! Es gibt weniger Stress für die Tiere und deswegen mehr Hoffnung!

Wir leiten Ihre Spenden, die Sie bitte mit der Zweckangabe "Argentona" oder "Tossa de Mar" kennzeichnen, garantiert weiter.
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